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Dienstag, 1. Februar 2011

Gernot Hassknecht über Billiglebensmittel

(via: Konsumpf)

Lustig: Wenn Hassknecht es beschreit, dass zu billig kaufen schlecht ist, stimmen alle zu. Wenn unsere Verbraucherministerin dies sagt, ist Polen offen. Passt da jemand nicht auf? Natürlich ist der Verbraucher in gewisser Weise selbst schuld, wenn er immer das billigste Produkt bevorzugt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es zig Verbraucher gibt, die mit ihrem Lebensstil sich nichts anderes leisten können. Gerade die Geringst-Verdiener und Aufstocker leben in der Zwickmühle, dass sie eigentlich immer selbst kochen müssten, dies aber aufgrund ihrer Arbeit eine große Bürde ist. Und natürlich ist der freie Markt nicht immer das, was man uns versucht vorzugaukeln. Nachfrage und Angebot, fürn Arsch. Bio-Lebensmittel gab es lange Zeit nur sehr teuer in Reform-Häusern, die Palette war unvollständig. Erst jetzt mit dem Bio-Boom finden wir in den Supermärkten viele Bio-Produkte. Und auch dort muss ein Massen-Bio-Anbau getätigt werden. Die Chance, dass hier billig produziert wird, ist recht hoch. Aber wohin ausweichen, wenn man z.B. in einer Kleinstadt wohnt? Bitte. Die Politik bleibt weiterhin in der Pflicht den Rahmen für die Produzenten so zu stecken, dass die damit kein Schindluder treiben können.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Eine Welt aus Plastik

Wir fühlen uns in Deutschland irgendwie besser als die USA, weil wir keine haufenweise Einpacker haben, die uns die an der Kaufhallen-Kasse gleich die Tüte aufdrängen. Aber halt, heute wollte mir der freundliche Kassierer eine Tüte andrehen, für zwei Produkte. Beim Dönermann kriegt man den Döner zum Mitnehmen immer mit Alufolie und Plastiktüte. Auf dem Bauernmarkt wird sowieso jedes noch so Bio-Gemüse in die Plastiktüte gepackt, und auch sonst hängt im Supermarkt die Tüte bereit um sein Gemüse einzusargen. Bäcker ebenso, Klamotten klar, Schuhe ja, Bestellware kommt auch immer mit viel Plastikfüllmaterial. Und das sind nur die Umverpackungen. Ganz zu schweigen von Produkten, die selbst aus Plastik hergestellt werden. Nein, auch in Deutschland sind wir ganz schön verschwenderisch mit Plastik. Der Film "Plastik über alles" führt euch vor Augen, was mit diesem Plastik passiert, wenn es aus unseren Augen verschwunden ist. Und warum in letzter Konsequenz in unserem leckeren Thunfisch mehr Plastik als Plankton enthalten ist. Erschreckend.



Plastik über alles - Eine Welt aus Plastik

Montag, 3. Januar 2011

Wissenschaft ist auch nur Glauben

The Decline Effect and the Scientific Method : The New Yorker

Bei zahlreichen Experimenten tritt der Decline Effekt auf. Werden sie reproduziert, dann lassen sich die Effekte des Erstlingsexperiment viel schlechter bis gar nicht mehr nachweisen. Der Autor behauptet, dass viele Ergebnisse nur zufällige Ausreißer in der Statistik sind.

Und somit wird Wissenschaft nur zu dem, gegen das sie sich verschworen hat. Glaubenssache.

Frohes neues, gell!

Ja, da bin ich wieder, das ist priiiihiiiimaa.

Willkommen im neuen Jahr! Ihr habt es geschafft. Es gab zwar nichts zu feiern, aber wir haben es trotzdem getan. Das nennt man Optimismus. Ich hab die Feiertage von Weihnachten bis Neujahr gelegt und genutzt um mal abzuschalten. Leider tut die Politik hier und auch in anderen Staaten nie. Würde ihnen mal gut tun. Überhaupt allen. Wir wünschen uns immer die geruhsamen Feiertage und was auch noch immer, basierend auf christlichen und germanischen Traditionen. Aber wir nehmen die ganzen guten Wünsche nicht wirklich wahr. Wir gehen raus, feiern, oder fahren in den Urlaub und zwischendrin müssen wir vielleicht auch noch mal arbeiten und versuchen die paar Tage bis Silvester irgendwie rum zu bringen. Aber 2011 wird alles besser (auch wenn wir nichts dafür tun) und deswegen gibt es einen neuen Start und wir können uns alle dazu beglückwünschen; wir haben es in das neue Jahr geschafft!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Die Zukunft der Frauen

Hanna Rosin: New data on the rise of women | Video on TED.com

Wuhuuuu ... es gibt tatsächlich Frauen, die gerne 18 Stunden am Tag arbeiten möchten und erwarten, dass der Mann auf die Kinder aufpasst. Wo muss ich mich einschreiben? Wo finde ich die? Ich bin dabei!

Montag, 20. Dezember 2010

Das große Schneechaos

Pff ..die 20 Zentimeter Schnee.

Da könnte man sich besser das hier anschauen: Tagesschau vom 1.1.1979 zum Schneechaos in Norddeutschland oder Gefangen im Reich aus Eis und Schnee - einestages. Das war wirklich ein Schneechaos.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Bienen vs. Pestizide und Gentechnik

Nur um mal zu sehen, was das Zeug überhaupt für Auswirkungen hat.
Ein Pflanzenschutzmittel (Clothianidin) führte 2008 zu flächendeckendem Bienensterben in Süddeutschland.
In den USA macht stört das Gift in den Pollen von GVO-Mais das Immunsystem der Bienen und macht diese anfällig für Parasiten; das hat ein Aussterben der Bienen zur Folge.

Das zeigt nur zu gut, dass die Folgen nicht kalkulierbar sind. Weder ist klar, was bei unkontrollierter Freisetzung von Pestiziden passiert (und wann dies passiert), noch kann man in Studien erfassen, was mit GVO in freier Wildbahn passiert. Und die Lage ist ernst. Bienen nehmen uns eine Menge Arbeit ab. Wenn wir sie erfolgreich ausrotten, können wir demnächst unsere 4 Millionen Arbeitslosen mit Federn über die Felder jagen. Zum Bestäuben. Ich will gar nicht wissen, welche Pflanzen dann aussterben, weil sie sich nicht mehr fortpflanzen können.

Freitag, 3. Dezember 2010

Cablegate gab es schon einmal ...

Gerade wird heiß diskutiert ob es gut ist, was Wikileaks macht. Kann uns die Vergangenheit dabei Hilfestellung leisten? In den sechziger Jahren arbeitete ein gewisser Daniel Ellsberg als Analytiker für das usamerikanische Militär. Es ist gerade die heiße Phase des Vietnamkriegs. Und Ellsberg veröffentlicht 7000 Seiten Pentagon-Papiere. Papiere, die belegen, dass es nie einen Angriff der Nordvietnamesen gab, Papiere, die belegen, dass die USA den Südvietnam schon im Vorfeld mit Waffen versorgten, Papier, die beweisen, dass man den Krieg nicht gewinnen konnte.

Damit wurde der Vietnamkrieg jäh beendet und Daniel Ellsberg auf die Mordliste der CIA gesetzt (kommt Dir das bekannt vor?). Doch der öffentliche Aufschrei verhinderte einen Mord. Noch besser, es wurde der Freedom of Information Act verabschiedet, der Vorlage für viele andere Informationsfreiheitsgesetze bildet.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Glaubwürdigkeit VII: On- und Offline

mediaclinique | ralf schwartz: wikileaks und die 180Grad-On/Offline-Dichotomie der Rheinischen Post

Die Rheinische Post schreibt offline: Wikileaks - "der 11. September für die weltweite Diplomatie",
und online tituliert sie: Wikileaks: "Erster Geheimdienst des Volkes".

Also aufgepasst, die Medien werden für dich gemacht. Wenn dir das nichts sagt, nimm als Stichwort "Zielgruppe". Lass dich nicht verarschen, sie schreiben doch nur das, was du hören willst. Kauf dir mal eine Bild um informiert zu sein, was 6 Millionen Menschen lesen. Guck doch mal beim ehemaligen Nachrichtenmagazin vorbei. Stöber ein bisschen bei tagesschau.de oder in der FAZ. Und vergiss nicht einige Blogs zu lesen, die dich des öfteren auf solche Diskrepanzen aufmerksam machen.

Ja, gut informiert zu sein ist schwer, aber am Ende erlangst du einen hohen Lohn. Du kannst dir selber deine Meinung bilden und fällst nicht immer vorbehaltslos auf jede Titelzeile rein.

Freiheit von Forschung und Lehre

Da sitz ich hier in der Bibliothek, in die ich mich durch das endlose Schneegestöber gequält habe, und komme in das fantastische Vergnügen einen Mitarbeiter beim Telefonieren zuhören zu müssen. Und dieser Mitarbeiter klärt einen Lehrer über die Ausleihbedingungen auf. Er könne das ausgeliehene Medium seinen Schülern nicht vorführen, weil die Bibliothek nur über eine Einzelplatzlizenz verfügt. Da kommt mir schon wieder die Galle hoch. Es reicht ja nicht, die Lehrer dafür zu bezahlen, dass sie den Bildungsauftrag wahr nehmen. Nein, wir müssen auch dafür bezahlen, dass die Kinder den Lehrinhalt sehen dürfen. Und das ganze ist dann auch noch so bürokratisch gestaltet, dass es nicht reicht, auf das richtige Medium Zugriff zu haben. Nein, der Besitzer des Mediums muss auch noch die richtige Lizenz besitzen. Als ob man im Internetzeitalter nicht einfach dem Urheber entsprechende Lizenzgebühren überweisen könnte. Erschreckend.

Freitag, 26. November 2010

Wie hoch sind unsere Kredite eigentlich gedeckt?

Man hört ja immer, eine Bank muss mindestens zehn Prozent ihrer Geldmenge durch Einlagen gedeckt haben. Viele sagen, das wäre ja die Option zum Gelddrucken. Andere sagen, wir müssten das so handhaben, damit wir unsere Wirtschaft nicht abwürgen. Und da wollt ich mal wissen, wie viel Kredite wir überhaupt vergeben haben und wie viel Geld angelegt ist. Und da stoß ich auf die Seite der Bundesbank, die glücklicherweise Statistiken führt - die unglücklicherweise für den Laien recht schwer zu verstehen sind.

Ich hab für mich die Nr. 03 und Nr. 04 heran genommen. Die listen die Verbindlichkeiten (also Geld, dass ihnen geliehen wurde, z.B. durch Sparen, Girokonto, etc.) und Forderungen (Geld, dass die Banken verliehen haben, z.B. Kredite) auf. Genau das was ich suche. Dann muss man nur noch die beiden "Insgesamt"-Spalten zusammenrechnen und erhält:

Im Inland sind ca. 4 Billionen Euro angelegt und ca. 4,8 Billionen verliehen.
Im Ausland sind ca. 1 Billion Euro angelegt und ca. 2 Billionen verliehen.
Im Inland ohne Banken sind ca. 2,8 Billionen Euro angelegt und 3,1 Billionen verliehen.
Im Ausland ohne Banken sind ca. 0,3 Billionen Euro angelegt und 0,8 Billionen verliehen.

Damit sind aus meiner Sicht ca. 75 Prozent aller Kredite durch Einlagen abgedeckt. Ganz ohne "Geld aus Luft" kommen wir also im Moment nicht aus. Weiterhin ist das natürlich nur ein Durchschnittswert, der nichts darüber aussagt, wie die Kapitaldeckung in einzelnen Banken ist.

Ich weise darauf hin, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich alle wichtigen Einlagen/Kredite des Bankenwesens erkannt habe. So gut kenn ich mich damit nicht aus, ich hab nur den Monatsbericht der Bundesbank gelesen. Deshalb überlasse ich die Interpretation der Zahlen auch dir. In diesem Zusammenhang erwähne ich noch den Stresstest, den es auch gilt einzuordnen.

Donnerstag, 25. November 2010

Wem gefällt die aktuelle Vermögensverteilung in USA?

Wir wissen es alle, die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, in den USA noch stärker als bei uns in Deutschland. 20% besitzen dort 85% des Vermögens, die unteren 40% besitzen fast 0%. Wen ärgert das also? Den zweitreichsten Menschen nach der Forbes Weltrangliste? Jawoll! Und nicht nur Warren Buffett hat etwas gegen die aktuelle Umverteilungspolitik. Menschen aller Schichten in USA finden, dass das Vermögen besser verteilt sein sollte. Nicht nur die Ärmsten. Klar bleibt weiterhin: die Reichen sollen reicher sein. Aber die reichsten 20% sollen nur 30% des Vermögens besitzen, die ärmsten 40% aber 25%. So wie es in Schweden ist. Doch Achtung jetzt kommt die kognitive Dissonanz: die USAmerikaner mögen die Steuern, wie sie in Schweden erhoben werden, in keinster Weise.

Mittwoch, 24. November 2010

Die Trilaterale Kommission

Mein Fundstück des Tages. Eine Kommission, die sich dazu berufen fühlt auf internationaler Ebene das Denken und Führen von einzelnen Staaten zusammen zu führen. Eine Kommission, die von einem der mächtigsten Wirtschaftsführer der Welt ins Leben gerufen wurde. Eine Kommission, die in der Tradition der Bilderberg-Konferenzen steht. Eine Kommission in der man viele bekannte Männer der deutschen Geschichte wiederfinden kann (z.B. Ackermann, Biedenkopf, Schröder, Köhler). Schön. Ein Dachverband für alle mächtigen Regierungen und mächtigen Unternehmen. Und natürlich total demokratisch, wie es sich für internationales Niveau gehört. Die halten auch Meetings ab, wo es unter anderem um solche Themen geht: "Eine neue Europäische Union", "Die finanzielle Situation und zukünftige Folgen", "Das neue Strategiekonzept der NATO", "Der Einfluß der Obama Administration auf die USA-Außenpolitik und Folgen für die trilateralen Länder", "China und Indien: die aufstrebenden Mächte".

Es ist klar, hier werden Ideen geboren, weitergetragen, ausgetauscht. Ideen, die internationales Zusammenleben verbessern. Ideen, die von den mächtigsten der Politik, der Wirtschaft und der Universitäten kommen. Viele Menschen behaupten ja: Die beste Regierung wäre eine gutmütige Monarchie - Herrscher, die nur auf darauf getrimmt sind zu herrschen und den Vorteil für das beherrschte Volk zu erarbeiten. Kann so etwas eine Demokratie leisten? Kann so etwas ein Gremium mit ausgesuchten Mitgliedern leisten? Demokratie hin oder her, vielleicht ist es das beste für die Bürger, dass sie nicht wissen, wie undemokratisch sie regiert werden. Letztendlich will doch nur jeder seine Meinung sagen, aber ist froh darüber dass andere machen und entscheiden (bzw. findet sich  mit den Entscheidungen ab).

Sachsen-Anhalt klagt für laschere Grenzen im GVO-Anbau

Fragen und Antworten: Die Grenzen der "grünen" Gentechnik | tagesschau.de

hm, wie bitte? Dass Bauern von GVO (z.B. die Gentechnikkartoffel Amflora) dafür haften müssen, wenn sie mit ihren GVO Pollen anderen Bauern die Felder kontaminieren und damit ihre Lebensgrundlage entziehen; das sei ein Verstoß gegen die Eigentum- und Berufsfreiheit der Landwirte? Merken die es noch? Graffiti-Künstler werden auch dafür angekackt, dass Eigentum anderer Leute zerstören. Und GVO-Bauern soll es erlaubt sein?

Und dann müssen die GVO-Felder im Internet bekannt zu machen. Das sei ein Verstoß gegen die informationelle Selbstbestimmung der Landwirte. Das passt ja wieder auf die aktuelle Lage. Identifizierbare Polizisten? Giftige Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, die ausgewiesen müssen? Nebeneinkünfte von Vollzeitpolitikern? Ne du, das verstößt alles gegen die informationelle Selbstbestimmung. Mein Lieber Mann, das ist ja immerhin keine anhaltslose Schleierfahndung, verdachtslose Vorratsdatenspeicherung oder illegale Zusammenlegung von Datenbanken. Wir müssen uns schon klar darüber sein, wer hier die Terroristen und wer die Guten sind.

Der Vollständigkeit halber muss man erwähnen, dass die GVO-Bauern befürchten Opfer von politischen Feldzerstörungen zu werden, weil die Gegner wissen, wo die Felder sind. Zu Recht, sag ich. Würde die Politik den Menschen ein gutes Gefühl bei der "grünen" Gentechnik verschaffen, würden die auch nicht mehr politisch die Felder zerstören. Klagen eines Landes aber, dass die Haftungsgrenzen aufgeweicht werden, schaffen mit Sicherheit mehr Vertrauen! Wer hat Sachsen-Anhalt eigentlich die Klageschrift geschrieben? Mussten wir den Betreffenden dafür extra Geld zahlen oder sitzen die Lobbyisten bereits auf den Ministerposten?

Zum Glück hat das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe in gewohnter menschenfreundlicher Art geurteilt.
"Angesichts eines noch nicht endgültig geklärten Erkenntnisstandes der
Wissenschaft bei der Beurteilung der langfristigen Folgen eines
Einsatzes von Gentechnik trifft den Gesetzgeber eine besondere
Sorgfaltspflicht."
Klage abgewiesen, Volk vorerst wieder einmal gerettet.

Franz Hörmann weiß wie man aus Luft Geld macht

Franz Hörmann im Interview. Was für ein Schlingel. Erzählt der uns, wie Banken aus der Luft Geld machen. Und dann auch noch Geld dafür verlangen. Das muss ja irgendwann kolabieren! Aber es geht noch weiter. Nach dieser wahnwitzigen These (die auch noch durch ein Gerichtsurteil aus dem Jahre 1969 belegt ist), findet er auch noch das Geschäftsmodell Chinas gut. Die drucken ihr Geld selbst und verhindern auch noch, dass Inflation aufkommt. Ha! Das funktioniert doch nicht, die sind doch alle Kommunisten! Zur Krönung des Ganzen kommt er auf den Punkt: der Gelderzeuger muss den Konsumenten dafür bezahlen, dass er einkaufen geht! Und diese neue Weltordnung wird schon 2011 mit dem Verschwinden der Währungen beginnen und in spätestens drei Jahren entweder funktionieren oder uns alle ins Grab zerren! Erinnert mich ja direkt an den Seher vom Walde, nur ist Herr Hörmann sehr viel konkreter und näher dran. Zum Abschluss gibt es auch noch einen praktischen Tipp, wie man sich gegen Überwachung und Schikanen wehren kann.

Update: Der Junge wetterte auch schon letztes Jahr, dass es 2009 zum großen Crash kommen werde. Irgendwann hat er mal Recht und dann kommt er ganz groß raus!

Uwe Barschel - ein Rückblick

Ich hab grad mit großen Interesse auf Telepolis den Artikel Barschels Geister gelesen. Es geht dabei um Uwe Barschel und seinen Tod, bei dem sich viele Zweifel nähren, ob es wirklich Selbstmord war. Aber das interessiert mich gar nicht so, ob er es selbst war oder ein Geheimdienst oder ein fliegendes Spaghettimonster. Nein, was meine Aufmerksamkeit erregt ist das ganze drum herum. Der Uwe Barschel, ein findiges Köpfchen, war scheinbar in allerlei Geheimaktionen verwickelt. Verkauft der einfach ganz frech U-Boote an ein Land über dem ein Embargo hängt. Und paktiert dann auch noch mit der DDR (Koks, Nutten, Chrom-Erz und eine Kreuzfahrtschiff). Nebenbei hat er sich dick Tavor rein gezogen (wer es nicht kennt, das ist so ungefähr das effektivste Ruhigstellungsmittel aus der Psychatrie, da liegste nach 10 Minuten flach wie ein Brett, hilft gut gegen Angststörungen und Panikattacken).

Und dieser Mensch war Ministerpräsident und wurde als Bundeskanzlerkandidat gehandelt. Ein Ausbund an Integrität. Ein Mann in der Riege Kohls. Der anscheinend auch von den umtriebigen Geschäften Barschels wusste. Und die Riege Kohl ist noch lange am Regieren (Wolfgang Schäuble z.B. ist ja ein naher Jahrgang zu Barschel). Mich würde mal interessieren, in welchem Vergleich der Atomdeal mit dem U-Boot Deal steht?

Dienstag, 23. November 2010

Visa und die Apotheke

Na, hättest du es gewusst? Visa verlangt für ihre Dienstleistung mehr, als eine Apotheke an Gewinn an einem Medikament einfährt. Deswegen wird bei rezeptpflichtigen Medikamenten keine Visakarte genommen.

Montag, 22. November 2010

CO2 neutrale Weihnachten

Eine interessante Idee. Den CO2 Fußabdruck den man produziert dadurch kompensieren, dass man Projekte unterstützt, die CO2 Ausstoß in diesem Maße senken. Aber ist es denn gut? Verleitet das nicht dazu, dass man wie wild mit seinen CO2-Ausstoß rum hurt und sich dann ein gutes Gewissen erkauft? Die Jungs von Ecogood.de erklären das folgendermaßen:
Alles nur „Green Washing“?

In der Diskussion ist der Kompensationsmechanismus mit dem Argument, man erkaufe sich mit Offsets ein ökologisches Image, statt selbst zu handeln. Deshalb sollte der Kompensation immer die Ausschöpfung der Emissionsreduktionspotenziale vorausgehen. Idealerweise wird nur der unvermeidbare Anteil des Carbon-Footprints kompensiert.

Irgendwann hat das Kompensieren natürlich ein Ende. Denn irgendwann werden wir überall auf das CO2 Minimum gekommen sein. Aber bis dahin ist das eine gute Möglichkeit noch ein bisschen mehr zu tun, als nur auf seinen CO2 Fußabdruck zu achten. Außerdem findet ein Technologietransfer in andere Teile der Welt statt. Dort wo unsere Technik auch in Jahren noch nicht zum Einsatz käme, wird plötzlich auf CO2 geachtet. Sehr gut. Unklar bleibt, welche Firmen konkret unterstützt werden, oder ob Ecogood damit ein Firmenimperium aufbaut. Witzig ist das ganze als Weihnachtsgeschenk. Zum einen kostet es nur 14,50 €, damit eigentlich für jeden bezahlbar, zum anderen rüttelt es die Familienmitglieder auf.

Mit ecogood CO2 neutrale Weihnachten verschenken | ecogood – save money and the planet

Update: In diesem Filmchen wird erklärt, warum Offsets dazu führen, dass mehr CO2 freigesetzt wird. Im Moment werden bei ecogood.de nur zwei Kraftwerkprojekte unterstützt, die fossile Energieproduzenten ersetzen können. Die erste Frage ist: ersetzen sie wirklich CO2-lastigere Energieformen oder produzieren sie Offset-Zertifikate? Als nächstes müssen wir uns fragen: wird es nicht durch unser Engagement für CO2-Erzeuger billiger bei ihrem alten System zu bleiben? Sollten wir nicht lieber warten, bis die Unternehmen auch in Ländern wie Indien auf CO2-arme Produktion umrüsten müssen? Oder werden die ihre Auflagen eh niemals erfüllen können und deswegen ist die Hilfe jetzt angebracht?

Was denkst du darüber?

Sonntag, 21. November 2010

Die Grünen wollen ein neues Krankenversicherungssystem

Auf ihrem Parteitag haben die Grüne festgelegt: wir wollen, dass alle nur noch in eine Kasse einzahlen. Wow. Alle, also auch Selbstständige, Beamte und Gutverdiener. Und dann sollen auch noch alle Einkommensarten mit einbezogen werden, das wären unter anderem Mieteinnahmen und Zinsen. Zusatzzahlungen und Praxisgebühren sollen wegfallen und auch der Sonderbeitrag von 0,9 %. Hey, das klingt gerecht.

Für die Selbstständigen wird sich da auch wenig ändern, ob die jetzt in ihre spezielle Krankenkasse einzahlen oder ein eine Bürgerversicherung bleibt egal. Auch für Gutverdiener bleibt es ähnlich, ihre Beiträge fließen halt woanders hin. Nur die Beamten werden für den Staat teurer werden. Zumindest auf dem Papier, weil nun die Arbeitgeberbeiträge mit in den Beamtenlohn eingerechnet werden müssen. Das ist aber nur eine Formalie, weil der Staat die Krankenkosten der Beamten sowieso mit 50-80 % übernommen hat.

Interessant bleibt die Beitragsbemessungsgrenze. Für jedes Einkommen überhalb dieser Grenze muss kein Beitrag in die Krankenversicherung geleistet werden. Hier hat der Reiche (aktuell ab 45.000, von den Grünen gefordert ab 66.000 Euro) einen gewissen Vorteil. Allerdings erhält er auch nur Krankengeld bemessen an der Beitragsbemessungsgrenze. Trotzdem frage ich mich, ob man anhand des ansammelnden Reichtums/Einkommens an der Spitze sich so eine Grenze leisten will? Aufgrund meiner Milchmädchenrechnung ;) wird da rund 12 % des deutschen Einkommens nicht in die Krankenkassenfinanzierung mit eingeschlossen (Die 10 % Reichsten verdienen ca. 25% des deutschen Einkommens und davon werden 49 % (PDF, Seite 68, Durchschnittsverdienst 88.000 Euro) durch die Beitragsbemessungsgrenze (zur Zeit 45.000 Euro) nicht mit einbezogen). Das nimmt natürlich zu, je reicher einige Teile der Bevölkerung werden, und ab, wenn das Geld wieder gerechter verteilt wird.

Da die Bemessungsgrenze aber auch eine Rolle beim Krankengeld spielt aber zusätzliche Einnahmen wie Miete und Zinsen, die auch im Krankheitsfall weiter laufen (anders als der Arbeitslohn), ist das eine komplexe Angelegenheit das zu ordnen. Sie stammt aus einer Zeit, als die Krankenkassen noch 95 % ihrer Ausgaben für Krankengeld aufwendeten. Heutzutage sind das nur noch 2 % (vgl. hier und hier).

Gefährder weg sperren!!!

Ok, wir haben die Polizei kaputt gespart, und weil jetzt nicht mehr genügend Beamte (oder Angestellte) da sind, wollen wir einfach diejenigen, die wir gern überwachen würden, weg sperren. Mir gefällt vor allem, dass sie es zwar schaffen in jedem Bahnhof tausende Polizisten mit Maschinengewehr hin zu stellen, was überhaupt keinen Sinn hat, aber für die Überwachung von 130 angeblich brandheißen Personen haben sie kein Personal.
 "Wenn Gefährder identifiziert sind und - so wie derzeit - eine
Gefährdung vorliegt, dann bin ich dafür, diese Leute vorübergehend in
Gewahrsam zu nehmen"
Das denkt sich so der Gleis. Wir haben da jemand, der möglicherweise in naher oder ferner Zukunft einen Anschlag planen könnte. Nein, er plant keinen, weil das ist heute schon strafbar und dafür darf man jetzt schon weg gesperrt werden. Also er wird eventuell etwas planen. Und dann schreit unser Innenminister: "Bombeeeeeeee" und diese Person wird ruck zuck in ein Gefängnis verfrachtet. Man muss dazu aber erwähnen, dass es sich nur um Angriffe auf den deutschen Staat handelt. Allerdings muss man auch dazu erwähnen, dass es keine Gesetzesdefinition von Gefährder gibt, sondern nur eine Arbeitsdefinition der AG Kripo (PDF, Seite 6). Wer also Gefährder ist, ist recht schwammig und man kann auch nicht beweisen, dass man kein Gefährder ist (die Gedanken, was du machen willst, befinden sich ja nur in deinem Kopf).

Da sollten wir lieber mehr Polizisten bezahlen, die die Gefährder überwachen können, anstatt alles, was uns fremd vorkommt, weg zu sperren.