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Dienstag, 14. Dezember 2010

Die CSU versucht dein Gehirn zu ficken (war: Visa-Warndatei)

Kaum hat man also bewiesen (durch geschickte Berichterstattung), dass in Stockholm ein Terrorist am Werke war, kriechen schon wieder die Sicherheitsexperten aus ihren Löchern. Diesmal der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl. Und was fordert er?
"Natürlich brauchen wir eine Visa-Warndatei. Der Politik würde zurecht
Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, wenn wir Terroristen ungeprüft mit
deutschem Visum bei uns einreisen lassen würde"
Alles klar. Das ist nicht nur Gehirnfick, das ist ein flotter Dreier mit deinem Gehirn. Nicht nur, dass eine Regelung über Visaanträge beim aktuellen Fall in Schweden gar nichts gebracht hätte, weil der Täter ja Schwede war. Nein, es kommt noch toller. Wer sich immer gefragt hat, wozu ein Visum überhaupt da ist, der kann man in §73 AufenthG nachschmökern. Leider hat sich Herr Uhl das wohl nie gefragt. Sonst hätte er nämlich herausgefunden, dass diese Einreisebeschränkung dazu vorhanden ist um die Daten des Antragstellers
zur Prüfung von sonstigen Sicherheitsbedenken an den
Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz, den
Militärischen Abschirmdienst, das Bundeskriminalamt und das
Zollkriminalamt
zu übermitteln.

Man sollte ja meinen, dass jemand, der seit 1998 zu den 600 besten Politikern unseres Landes zählt und zudem noch der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, die Intelligenz und den Anstand besitzt mal ins Gesetz zu schauen, bevor er sein Maul aufmacht. Wie schwer kann das sein? Hä? Wikipedia kennt keinen Feiertag. Und Bücher sowieso nicht. Aber Hauptsache mal was gesagt. Man sollte seine Inkompetenz in seinem Wahlkreis an jede Laterne nageln. Für die ganz Dummen unter uns.


Montag, 13. Dezember 2010

Der Terroranschlag von Stockholm

Ok. Jemand sprengt sich in die Luft. Klar, es ist natürlich wieder ein Terrorattentat. Aber eins frag ich mich doch. Was sind das eigentlich für Hauptschüler, die die Al-Quaida auf uns loslässt? Der Typ schleppt sechs Rohrbomben mit sich rum und schafft es gerade mal zwei Passanten leicht zu verletzen? Ist das wirklich der Terror vor dem wir Angst haben? In Deutschland metzelt ein Schüler sechszehn Menschen hin, weil er es schafft an den Waffenschrank seines waffenvernarrten Vaters zu kommen. Sechszehn Menschen ohne das kleinste bisschen Übung oder Vorbereitung. In Stockholm stecken (wie uns die Presse in jedem Fall eines Terroranschlages weismachen will) drei Jahre Terrorcampausbildung, monatelange Vorbereitung und andauernde Unterstützung der Al-Quaida. Wie hirnlos muss ein Täter sein um trotzdem von sechs Rohrbomben nur eine zu zünden und dann auch noch in der falschen Straße? Welchen Idioten hat man da gefunden, der nicht mal erkennt, dass er nicht in einer Masse Menschen steht, die es gilt zu vernichten? Und am Ende soll man dann auch noch glauben, dass dieser Volltrottel es geschafft hat, sich das Material für den Bau von sechs Rohrbomben zu verschaffen, ohne dass es die Geheimdienste bemerkt haben sollen?

Das lässt leider nur wenige Schlüsse zu. Entweder der Mann ist ein absoluter Einzelgänger. Das wäre ein schreckliches Bild für die Al-Quaida, wenn es Einzelgänger eher schaffen einen Anschlag zu verüben als eine weltumspannende Organisation. Oder die Al-Quaida verfügt nur über solche Vollpfosten. Das ist ebenfalls ein erschreckendes Bild für die Al-Quaida. Dann haben sie alle brauchbaren Männer schon in die Luft gesprengt und bedeuten eigentlich keine Gefahr mehr für uns. Oder die Geheimdienste haben von dem Vorhaben gewusst und dem Mann falsche Instruktionen und falschen Sprengstoff untergejubelt. Das wäre allerdings ein erschreckendes Bild für uns, dass unsere Organe lieber ein Attentat zulassen, als es komplett zu verhindern. In den USA geht man auch so vor. Ich weiß zwar nicht, wie es in Schweden und USA ist, aber in Deutschland ist auch der Versuch verboten, es ist möglich die Menschen schon festzunehmen, wenn sie an den Bomben bauen. Eins fällt mir noch ein, nämlich, dass die Bomben ferngesteuert explodiert sein könnten. Der Täter (oder seine Mittäter) also nicht darauf vertrauten, dass der Täter die Cojones hat, sich im richtigen Zeitpunkt in die Luft zu sprengen. Das würde allerdings erlauben den Terror auszuhebeln, in dem wir alle Menschen einfach menschenwürdig behandeln und ihnen eine Perspektive bieten, die besser ist, als was Al-Quaida ranschleppt. Aber ob wir das wollen?

Disclaimer: Ich finde es schlimm, wenn Menschen getötet werden.

Update:
Der Mann war 28 Jahre alt, Akademiker und im Terrorcamp ausgebildet. Ich will damit nicht sagen, dass jeder Akademiker eine Bombe bauen könnte. Aber wenn man schon eine Spezialausbildung genießt, dann sollte man doch als Akademiker in der Lage sein, eine gut funktionierende Bombe zu bauen. Der Rest der Geschichte klingt auch nach einem Mann, der darauf steht, alles für den Djihad zu geben: 3 Kinder, Frau, seit knapp 20 Jahren in Schweden. Richtig. Das klingt glaubwürdig wie der Mann im Mond.

Update: Die Polizei scheint gut und schnell zu sein. Am Samstag gegen 17 Uhr gab es den Anschlag und am Montag gegen 13 Uhr ist die Identität des Täters zu 98% sicher. Das sind 44 Stunden. Respekt.
Manchmal hört man von Benzinkanistern im Auto und manchmal sind es Gasflaschen. Ein Recherchegag? Für alle Gaffer unter uns gibt es auf youtube das Video des Autos zur Zeit des Anschlages.

Samstag, 20. November 2010

Wem nutzt der Terror und wie macht man ihn eigentlich richtig?

Spitzfindig wird hier argumentiert, der Terror würde vor allem vielen Sicherheitsherstellern nutzen. Denn, so der Autor, wenn man wirklich phantasievollen Terror ausüben würde, würden keine der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen greifen. Und die Kurse der entsprechenden Unternehmen in den Keller gehen. Deswegen würde kein phantasievoller Terror ausgeübt. Phantasievoller Terror ist übrigens Flugzeuge beim Starten und Landen mit einer Panzerfaust ab zu schießen. Hach, in die Panzerfaust ist der Autor ja voll verliebt. Terrorismus als Verkaufsförderung – Geschäfte auf Basis der Angst

Ob ihm kein anderes Vorgehen eingefallen ist? Was könnten denn Terroristen noch machen? Weihnachtsmärkte sprengen hat schon Thomas de Maizière vorgeschlagen. Fußballstadien? Es müssen auf jeden Fall viele Menschen anwesend sein. Und es darf nicht wie ein Unfall aussehen. Nichts ist schlimmer für einen Terroristen, wenn er drei Jahre lang plant und die Zeitung geht von einem Kurzschluss aus. Ich erinnere mich noch an die Fälle mit den verseuchten Milchprodukten, den Rinderprodukten mit Gehirnmatsch und den Mann mit der Aidsspritze. Das ging dem Volk nahe. Nicht so wie die Hirnis von der RAF, die nur Endgegner über den Jordan geschickt haben. Da freut man sich doch nur heimlich darüber, dass man nicht so viel Geld hat und findet es alles nicht so schlimm, weil eh der nächste Geier nachrückt. Nein, Terror muss schon beim Volk ansetzen, damit die Mächtigen sie irgendwie retten können. Ein Selbstmordattentäter in der Mitte eines Polizeikessels. Viele Verletzte auf Demonstrationen. Angst darum, von Lebensmitteln vergiftet zu werden ... Entschuldige bitte, ich lasse mich irgendwie von den aktuellen Geschehnissen inspirieren. Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass Terroristen nicht mehr viel machen können, weil eh schon alles da gewesen war.