Montag, 24. Januar 2011

Gentechnikfreie Region

Na hui. Ich denk mir da bewegt sich doch was. Bremen erhält Titel "Gentechnikfreie Region". Damit ist das Bundesland Vorreiter jubiliert die umweltpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion der Grünen. Aber halt. Ist das wirklich so toll? Das Bundesamt für Naturschutz und BUND verleihen diesen Titel, wenn zwei Drittel aller Bauern ihre Flächen ohne gentechnisch verändertes Saatgut bewirtschaften. D.h. 30 % aller Bauern können weiter munter GVO auf ihren Feldern verteilen. Hinzu kommt, dass es völlig egal ist ob man GVO an seine Tiere verfüttert oder nicht.

Was ist dieses Siegel? Eine Farce? Augenwischerei? Verspottung der Gesellschaft? Wie kann man sich ernsthaft über diesen Titel freuen? "Gentechnik? Nein Danke!" wird groß tituliert. Dabei zementiert dieser Titel, dass es ohne Gentechnik nicht mehr geht. Es wird noch doller:
Da die Erklärung der Landwirte vertraulich behandelt wird, ist von außen
jedoch nicht zu erkennen, welcher Betrieb sich verpflichtet hat und
welcher nicht. Das Label gilt für alle gemeinsam, nicht für den
einzelnen Betrieb. Ob man sich dort an die eigene Zusicherung hält, wird
nicht kontrolliert.
Damit wird das Siegel total beliebig. Herzlichen Glückwunsch. Hinzu kommt, dass in Deutschland einzig und allein nur der Anbau von GV-Mais erlaubt ist und keiner anderen GV-Pflanze. Ich ordne das ganze ein unter: vorrangig ist, dass man etwas tut und nicht gar nichts. Zu großer Freude gibt es aber bei mir keinen Anlass.

Bio-Bauer gegen Gentech-Farmer

GenfoodneindankeBlog » Australien: Bio-Bauer verklagt Gentech-Farmer

Das wird ein Schlagabtausch erster Güte werden. Der Gentech-Farmer versuddelt dem Bio-Farmer die Ernte. Einer hat Monsanto in der Rückhand, der andere die westaustralischen Bio-Bauern und den nationalen Farmerverband für nachhaltige Landwirtschaft. Es ist ein Beispiel für einen Konflikt, dem wir in nächster Zeit häufiger begegnen dürften. Ich hoffe natürlich, dass der Bio-Bauer gewinnt und damit Signale für eine nachhaltige Landwirtschaft gesetzt werden können. Eine schadlose Verschmutzung von Bioprodukten können wir uns eigentlich nicht leisten. Zu groß würden die Hürden für andere Bauern auf Bio umzustellen.

Länderfinanzausgleich

Alle Jahre wieder: Geberländer wollen den Länderfinanzausgleich kippen. Was mit Griechenland und Irland passierte, versucht man jetzt auch in Deutschland durchzudrücken. Diejenigen, die Gelder in Empfang nehmen sollen vehement sparen. Ist ja auch klar. Man hat sich mit Hilfe massiger Subventionen, dem Länderfinanzausgleich und fehlgeleiteten Aufbauhilfen Ost gesund gestoßen und eine große Wirtschaftskraft aufgebaut. Da geben wir den anderen nichts davon. So weit kommt es noch. Das würde ja bedeuten, dass wir in Deutschland alle im gleichen Boot sitzen würden. Dass wir da an einem Strang ziehen müssten und am schlimmsten noch: dass wir eine Lösung für die Probleme in den anderen Bundesländern finden müssten. Bah pfui deibel. Das lassen wir lieber schön bleiben.

Links vom 24.01. - 30.01.

Aktionen gegen das Dioxin

EU-Landwirtschaftsminister beraten über Dioxin-Skandal | tagesschau.de

Abgesehen davon, dass der Dioxinskandal schnell die bio-Landwirtschaft diskreditieren kann (YouTube - Udo Pollmer über das Sevesogift Dioxin Teil I), warum schreien hier plötzlich alle nach der EU? Ist Deutschland nicht Manns genug die Aktionen selber durch zu führen? Wenn ich hier von Harmonisierung innerhalb der EU lese, dann klingt das für mich wie: wir führen das nur ein, wenn es auch die EU macht. Hoffen wir mal, dass dies nicht so der Fall ist.

Dienstag, 18. Januar 2011

Wie es zum Anti-Grünen-Spot der CSU kam

Inside CSU – Wie es zum Anti-Grünen-Spot der CSU kam | Webevangelisten

Fantastisch!



Inside CSU - Ein Blick hinter die Fassade der CSU

Überversorgung mit Hausärzten

Sachsens Sozialministerin will Überversorgung mit Hausärzten in Ballungsräumen abbauen - DNN-Online

Ja genau, weg mit den Hausärzten. Davon haben wir zuviele. Das ist gut, dann können wir den Zettel "Es können leider keine Neu-Patienten mehr aufgenommen werden" schon im Mai ansehen, statt bisher im Oktober. Und statt 3 Stunden nunmehr 6 Stunden im Wartezimmer sitzen. Suuuuper Idee Frau Clauß!

Dioxin und die EU

Dioxin-Skandal: Länderminister beraten mit Aigner | tagesschau.de

Jetzt schaltet sich schon die EU ein. Die EU, die sonst immer recht lax mit den Bürgerrechten umgeht. Und auch noch Rot, Grün und Schwarz gleichzeitig. Das wirft kein gutes Licht auf Deutschland. Gar kein gutes Licht.
Mehrere Europaparlamentarier forderten unterdessen deutlich verschärfte
Strafen für kriminelle Handlungen im Dioxin-Skandal. Ulrike Rodust
erklärte für die Fraktion der Sozialdemokraten, dass die Geldstrafen in
vielen Ländern zu niedrig seien, um abschreckend zu wirken. Es sollten
Haftstrafen ausgesprochen werden. Grüne und Christdemokraten verlangten
eine EU-weite Verschärfung von Kontrollen, da auf die Eigenkontrollen
der Futterhersteller kein Verlass sei.
Im Übrigen werden Konsequenzen aus dem Skandal gezogen:



Konsequenzen aus den Dioxinskandalen! Selbstverständlich?

Mittwoch, 12. Januar 2011

Eine Welt aus Plastik

Wir fühlen uns in Deutschland irgendwie besser als die USA, weil wir keine haufenweise Einpacker haben, die uns die an der Kaufhallen-Kasse gleich die Tüte aufdrängen. Aber halt, heute wollte mir der freundliche Kassierer eine Tüte andrehen, für zwei Produkte. Beim Dönermann kriegt man den Döner zum Mitnehmen immer mit Alufolie und Plastiktüte. Auf dem Bauernmarkt wird sowieso jedes noch so Bio-Gemüse in die Plastiktüte gepackt, und auch sonst hängt im Supermarkt die Tüte bereit um sein Gemüse einzusargen. Bäcker ebenso, Klamotten klar, Schuhe ja, Bestellware kommt auch immer mit viel Plastikfüllmaterial. Und das sind nur die Umverpackungen. Ganz zu schweigen von Produkten, die selbst aus Plastik hergestellt werden. Nein, auch in Deutschland sind wir ganz schön verschwenderisch mit Plastik. Der Film "Plastik über alles" führt euch vor Augen, was mit diesem Plastik passiert, wenn es aus unseren Augen verschwunden ist. Und warum in letzter Konsequenz in unserem leckeren Thunfisch mehr Plastik als Plankton enthalten ist. Erschreckend.



Plastik über alles - Eine Welt aus Plastik