Dienstag, 11. Januar 2011

Soylent Green

Der Wind treibt Ballen durch verlassene Straßen. Große Teile der Stadt sind verlassen, Geisterstädte. In anderen Teilen kontrolliert die Bürgerwehr und Paramiliz Recht und Ordnung. Die staatliche Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen trauen sich schon lange nicht mehr in diese Bezirke. Selbst die Leichen werden nicht mehr ordnungsgemäß bestattet, sondern nur auf die Straßen geworfen. So beginnt die Dystopie von Richard Fleischer im Jahre 2022. Stopp. Falsch. So lebt Detroit heute. Stoff aus dem Science Fiction Filme vor 30 Jahren geschneidert wurde gibt es jetzt brühwarm auf den Welt-Tisch. Lasst es euch schmecken und denkt immer fein: das ist die USA in Deutschland kann das nie passieren.

Dioxinskandal

Erstmals Dioxin in Schweinefleisch entdeckt | tagesschau.de
Hey, das klingt ja immer mehr danach, dass da ein Praktikant versehentlich einmalig falsche Zutaten eingemischt hat.

Links vom 10.01. - 16.01.

Sonntag, 9. Januar 2011

Gentechnikfreiheit und Soja

Milchbranche nimmt Abstand von Sojafutter um Gentechnikfreiheit zu garantieren

Ich finde es fantastisch, dass die Milchbranche (zumindest die Brielower Argrar GmbH) kein Sojafutter mehr verfüttert. Das allein ist schon eine Meldung wert. Aber leider hat das ganze einen faden Beigeschmack.
Denn durch den rapiden Anstieg der Gentechnik-Sojaflächen und der
Schwierigkeiten der Trennung von gentechnisch veränderter sowie
konventioneller Soja innerhalb der Mühlen, sieht die Firma eine Garantie
der Gentechnikfreiheit nur im Verzicht auf die Bohne im Futter.
Die sind sich nicht mehr sicher, dass konventionelle Sojabohnen frei von Gentechnik sind. Im Umkehrschluss heißt das: jedes Sojaprodukt ist schon in erheblichem Maße mit GVO kontaminiert. Ein Beispiel dafür, wie weit es schon gekommen ist. Warum ich nur noch Bio esse. Es ist nicht mehr möglich etwas ohne Gentechnik zu kaufen, außer es steht explizit darauf (und selbst dann gibt es Grenzen, was alles deklariert werden muss). Herzlichen Glückwunsch!

Freitag, 7. Januar 2011

Die CSU ist eine progressive Partei

Während die Bundesregierung (zu der die CSU übrigens gehört), darüber nachdenkt, wie sie in den nächsten Jahren 80 Milliarden Euro einnehmen kann, geht die CSU deutlich progressiver an das Thema heran: Die CSU will Steuerentlastungen von sechs Milliarden Euro. Natürlich. Ist ja auch logisch. Wir haben ja 80 Milliarden mehr, die müssen ja wieder weg. Wenn Geld im Staatshaushalt herum liegt, wird es ja schlecht und muss in den Biomüll geschmissen werden. Pfui Deibel. Da kann sich ja die CSU fast Umweltschutzpartei nennen.

Guckt man genau hin (wie es komischerweise sogar die Medien getan haben), stellt man fest, dass die Besserverdienenden entlastet werden. Man versucht natürlich uns etwas zu verwirren, in dem man angibt, dass der Spitzensteuersatz bei 45 % gleich bleibt. Ha. Der Steuersatz von 42 %, der von 52.552 - 250.400 € gilt scheint dafür aber von 42 % auf 41,4 % zu sinken. Das nennen die also eine Anpassung der Progressionskurve.
"sobald es die Haushaltslage zulässt" solle der sogenannte
Mittelstandsbauch abgeflacht und sollten vor allem niedrige und mittlere
Einkommen entlastet
werden.
Wie frech die einem ins Gesicht lügen. Wenn der Einstiegssteuersatz gleich bleibt, dann werden vor allem die niedrigsten Einkommen entlastet. Genau. Fällt das sonst niemandem auf? Und wo soll es herkommen? Erhöhte MwSt.? Tabaksteuer? Am besten eine Steuer auf Güter, die alle benötigen. Damit die Geringverdiener ordentlich entlastet werden.

Noch mehr Dioxin

Untersuchungen: Bis zu 70 Mal mehr Dioxin als erlaubt | tagesschau.de

Wow. Knapp 4500 Betriebe sind schon geschlossen worden. Aber der Zulieferer Harles & Jentzsch scheint immer noch zu produzieren; obwohl es Indizien gibt, dass er kriminiell agiert hat. Wo bleibt der Haftbefehl? Ach halt, das ist ja kein so schweres Verbrechen, wie in Schweden mit zwei Damen Sex gehabt zu haben.

Strafen - es geht doch

Na holla, da passiert etwas, was wir schon immer wissen. China spioniert die französische Autoindustrie aus. Blöd nur, dass sich drei Manager dabei erwischen ließen, wie sie mit den Chinesen kooperiert haben. Und was gibt's aufs Maul?
Die drei betroffenen Top-Manager, einer davon aus der Geschäftsleitung, wurden Anfang der Woche vom Dienst suspendiert. Sie dürfen ihre Büros nicht mehr betreten. Ihre Verträge liegen auf Eis, sie bekommen auch kein Gehalt mehr. Renault bereite juristische Schritte vor, sagt Rechtsvorstand Christian Husson. "Wir prüfen alle Möglichkeiten und werden Anklage erheben."

Da der Staat an Renault beteiligt ist und außerdem Zuschüsse zur Entwicklung des Elektroautos bereitstellte, drohen den mutmaßlichen Spionen hohe Strafen - unter anderem wegen Geheimnisverrats an der Nation bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Dumm muss man sich anstellen. Hätten sie ein volksverhetzendes Buch geschrieben, hätten sie noch einen Tausender zusätzlich bekommen. Hätten sie Steuern in Millionenhöhe hinter zogen, dürften sie jetzt in der italienischen Sonne braten. Aber nein, sie müssen ja Ingenieursgeheimnisse ans Ausland verkaufen. Geheimnisse von denen überhaupt unklar ist, ob die Chinesen fähig sind das nach zu bauen. Fünf Meter Feldweg wären intelligenter gewesen. Aber klar, wenn einem 20 Jahre lang vorgelebt wird, dass nichts passiert, egal was man für eine Scheiße baut, wird man irgendwann übermütig.

Ich bin ja gespannt, ob es wirklich zu einer Haftstrafe kommt. Das würde nämlich ein noch besseres Licht als bisher auf alle anderen Strafen des Staates auf Manager werfen.


Donnerstag, 6. Januar 2011

Die Ölpest war vermeidbar

Untersuchungsbericht: Ölpest hätte vermieden werden können | tagesschau.de
Die Ölpest im Golf von Mexiko war eine Folge von vermeidbaren Fehlern der an der Bohrung beteiligten Unternehmen und Aufsichtsbehörden. [...] Insgesamt werden in dem Untersuchungsbericht neun einzelne Aktionen aufgelistet, die den Firmen halfen, Geld und Zeit zu sparen - ungeachtet dessen, dass weniger riskante Alternativen zur Verfügung standen.
Und für diese Erkenntnis brauchen sie eine Untersuchungskommission? Wieder einmal kommt ans Licht, was schon längst alle wissen. Aber niemand kann was dagegen unternehmen. Die Regierungen wollen nicht und die Bevölkerung ist unfähig jemanden zu wählen, der will.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Das Ernährungsunternehmen

Sehr interessanter Film über die Nahrungsproduktion in Amerika. Wer danach noch etwas essen möchte, sollte entweder auf bekannte regionale Landwirtschaft umsteigen oder den Film nicht gucken.


Food, Inc. 1/6