Montag, 22. November 2010

CO2 neutrale Weihnachten

Eine interessante Idee. Den CO2 Fußabdruck den man produziert dadurch kompensieren, dass man Projekte unterstützt, die CO2 Ausstoß in diesem Maße senken. Aber ist es denn gut? Verleitet das nicht dazu, dass man wie wild mit seinen CO2-Ausstoß rum hurt und sich dann ein gutes Gewissen erkauft? Die Jungs von Ecogood.de erklären das folgendermaßen:
Alles nur „Green Washing“?

In der Diskussion ist der Kompensationsmechanismus mit dem Argument, man erkaufe sich mit Offsets ein ökologisches Image, statt selbst zu handeln. Deshalb sollte der Kompensation immer die Ausschöpfung der Emissionsreduktionspotenziale vorausgehen. Idealerweise wird nur der unvermeidbare Anteil des Carbon-Footprints kompensiert.

Irgendwann hat das Kompensieren natürlich ein Ende. Denn irgendwann werden wir überall auf das CO2 Minimum gekommen sein. Aber bis dahin ist das eine gute Möglichkeit noch ein bisschen mehr zu tun, als nur auf seinen CO2 Fußabdruck zu achten. Außerdem findet ein Technologietransfer in andere Teile der Welt statt. Dort wo unsere Technik auch in Jahren noch nicht zum Einsatz käme, wird plötzlich auf CO2 geachtet. Sehr gut. Unklar bleibt, welche Firmen konkret unterstützt werden, oder ob Ecogood damit ein Firmenimperium aufbaut. Witzig ist das ganze als Weihnachtsgeschenk. Zum einen kostet es nur 14,50 €, damit eigentlich für jeden bezahlbar, zum anderen rüttelt es die Familienmitglieder auf.

Mit ecogood CO2 neutrale Weihnachten verschenken | ecogood – save money and the planet

Update: In diesem Filmchen wird erklärt, warum Offsets dazu führen, dass mehr CO2 freigesetzt wird. Im Moment werden bei ecogood.de nur zwei Kraftwerkprojekte unterstützt, die fossile Energieproduzenten ersetzen können. Die erste Frage ist: ersetzen sie wirklich CO2-lastigere Energieformen oder produzieren sie Offset-Zertifikate? Als nächstes müssen wir uns fragen: wird es nicht durch unser Engagement für CO2-Erzeuger billiger bei ihrem alten System zu bleiben? Sollten wir nicht lieber warten, bis die Unternehmen auch in Ländern wie Indien auf CO2-arme Produktion umrüsten müssen? Oder werden die ihre Auflagen eh niemals erfüllen können und deswegen ist die Hilfe jetzt angebracht?

Was denkst du darüber?

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für deinen Artikel über unsere Weihnachtsaktion und die wichtigen Fragen, die auch uns sehr beschäftigen.

    Zunächst halten wir „Abwarten“ für keine gute Option. Im Gegenteil ist sofortiges Handeln nötig, denn wenn wir das internationale Ziel der 2° Grenze einhalten wollen müssen die Emissionen noch vor Ende des Jahrzehnts sinken!

    In erster Linie geht es dabei um die Reduktion der Emissionen in allen Bereichen und den Umbau der Energiesysteme. In Deutschland kann man dies schon mit „echtem“ Ökostrom unterstützen. Aber mindestens genauso wichtig wird die künftige Energieerzeugung in Schwellen- und Entwicklungsländern. Wichtige Transformationsländer, die derzeit ihre Energiesysteme aufbauen (und vorwiegend auf Kohle setzen) sind beispielsweise Indien, China und Indonesien. Unsere Klimaschutzprojekte unterstützen eine emissionsarme Gestaltung dieser Energiesysteme und leisten mittels Technologiertransfer eine wichtige Vorbildfunktion.

    Wie sicher ist die Kompensation? Etablierte Standards garantieren gerade auf dem freien Markt, dass zuverlässige und zusätzliche Emissionsreduktion stattfindet. Der Gold Standard, der vom WWF und anderen NGOs entwickelt wurde, garantiert darüber hinaus nachhaltige Effekte in der Bevölkerung. Strenge und unabhängige Kontrollen zertifizieren diese Projekte.

    Mittlerweise haben wir noch weitere Projekte auf unsere Seite. Schau doch mal rein, wir haben sie nach gründlicher Prüfung ausgewählt.

    Wir freuen uns auf weitere Fragen!

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