Mittwoch, 27. Oktober 2010

Glaubwürdigkeit

Und heute wieder in meiner Reihe Glaubwürdigkeit: die Presse.

CDU-Spitzenpolitiker Peter Hauk: “Ob das 10 oder 15 Milliarden kostet, kann Baden-Württemberg wurscht sein.” | hirschbergblog
28 Gäste sind anwesend, die meisten grau- bis weißhaarig, die meisten Männer.
Die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung berichten am nächsten Tag sehr positiv über diesen Besuch und übereinstimmend, dass “50″ Gäste anwesend gewesen seien.
In der RNZ heißt es: “…überbrückte Staatssekretär Georg Wacker (CDU) souverän mit einem Vortrag zu Stuttgar 21…” – dass Wacker nur Zeit schindete und je länger der Vortrag dauerte, um so sprunghafter und wirrer wurde – davon berichtet die RNZ nichts.

Und noch ein Schmankerl oben drauf: das Fernsehen.

DasErste.de - Weltspiegel - Russland (24.10.2010)

Und das ist Russlands berühmtester Fahrer: Wladimir Putin und der gelbe Kalina - ein Road-Movie aus Sibirien. Der Regierungschef fährt durch sein Land - über die neue sibirische Autobahn, 2.000 Kilometer. Und das Fernsehen ist immer dabei.
Deshalb haben sie [Vadims Geländewagen-Klub] sich hier an den Straßenrand gestellt und auf ihn gewartet. Im Fernsehen hatten sie ja gesagt, dass Putin auf seiner Fahrt anhält und mit den Leuten redet.
"Die Autobahn war komplett gesperrt, es war gar nicht so einfach, hierherzukommen", erzählt Semjon. "Die haben mit Bulldozern sogar die Waldwege umgegraben und überall Wälle aufgeschüttet. Entlang der ganzen Trasse! Damit bloß keiner zu nah ran kommt."
Wir haben ja bis zuletzt gehofft, dass er anhält. Wir hatten Tee fertig und den Grill aufgebaut. Wir dachten, vielleicht können wir ihn einladen."

"Stattdessen kommt plötzlich so ein junger Mann aus dem Wald - im schwarzen Anzug und mit einem Funkgerät. Der war völlig entsetzt, dass wir hier standen."

"Und dann hat er uns Anweisungen gegeben, er konnte uns ja nicht mehr wegschicken. ‚Im Wald sind Scharfschützen', hat er gesagt. ‚Keine abrupten Bewegungen, Arme unten lassen, bloß nicht winken. Und keine Kameras.'"
Gefilmt haben sie doch - mit dem Telefon. Und ohne ihr kleines Video hätte wohl niemand erfahren, mit welchem Gefolge der gelbe Kalina unterwegs war: Mehr als hundert Begleitfahrzeuge haben sie gezählt. Übrigens fast alles teure ausländische Modelle.

Und dass da nicht nur ein gelber Kalina war - sondern, für alle Fälle, noch ein zweiter. Das hätte auch niemand erfahren. Und dann kam sogar noch ein dritter. Auf dem Abschleppwagen. "Der ist schon kaputt!" Über ihr Internet-Video lacht längst halb Russland.
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