Mittwoch, 13. Oktober 2010

Bohrn in der USA!

US-Regierung hebt Verbot von Tiefseebohrungen auf | tagesschau.de
Es gebe "entscheidende Fortschritte, die mit Tiefseebohrungen verbundenen Gefahren zu reduzieren", sagte Salazar. "Die Öl- und Gasindustrie wird unter strengeren Regeln und unter strengerer Aufsicht arbeiten", sagte er weiter. Die Firmen müssen unter anderem nachweisen, dass sie auf ein eventuelles Unglück vorbereitet sind und alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Dazu müssen unabhängige Experten die Sicherheitsventile der Quellen überprüfen.
Korrekt. Vorher hat ein persönliches: "wird schon nichts schiefgehen" gereicht. Beim Anblick der Katastrophen, die losgetreten werden können, gehört eigentlich jede Regierung, die sich mit weniger als "alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen" zufrieden geben auf die Achse des Bösen. Aber wir brauchen uns nicht weiter sorgen. Wie wir die USA kennen bedeutet "alle möglichen" alle mit wenig Geld möglichen. Und wenn ich mir anschaue, wie gut die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughafen 2003 nach 9/11 waren, oder wie gut die Experteninspektion in Deutschland bei Kernkraftwerken funktioniert, bin ich zuversichtlich, dass bis Ende 2010 kein weiterer Ölunfall passieren wird.
Erste Bohrungen wahrscheinlich Ende 2010

Wegen dieser neuen Regeln gehen die Behörden nicht davon aus, dass bereits in Kürze neue Tiefseebohrungen gestartet werden. Die Industrie brauche Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen.

Zwei Monate sind jetzt nicht die größte Zeitspanne. Das deutet darauf hin, dass zwischen alten und neuen Sicherheitsvorkehrungen kein so großer Unterschied ist. Und wie gut die alten waren haben wir ja gesehen.

Die neuen Regeln für Bohrungen im Golf von Mexiko werden die Öl- und Gasindustrie nach Schätzungen des Innenministeriums etwa 183 Millionen Dollar pro Jahr zusätzlich kosten. Der Betrieb einer Tiefsee-Bohrplattform werde dadurch knapp zwei Prozent teurer als bisher.

Das hab ich doch glatt übersehen. Zwei Prozent kostet eine stärkere Absicherung. Zwei Prozent! Und deswegen verpesten die unsere Ozeane. Ach übrigens: der Nettoprofit von BP beträgt im ersten Quartal 2010 rund 6,1 Milliarden Dollar. Die Gesamtkosten für die Sicherheitsmaßnahmen aller Ölkonzerne betragen 3% vom Quartalsprofit von BP und ca. 0,75% vom hoch-gerechneten Jahresgewinn. Und zum Dank dafür, dass an der Sicherheit gespart werden durfte, trägt die Versicherung die Schäden von 1,6 Milliarden Euro. Und wer zahlt in die Versicherung ein, neben BP? Richtig. Ihr!

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